Lissabon, die Hauptstadt Portugals und somit fast die westlichste Hauptstadt Europas.
Nur Reykjavik hält hier die Fahne für Island hoch. Für mich persönlich ist Lissabon, mit seinen zahlreichen Hügeln, der Fließen Fassaden und des über das ganze Jahr milde Klima ist Lissabon immer eine Reise wert.
ÜBERBLICK
Die portugiesische Metropole hat circa 545000 Einwohner und ist somit die wichtigste Stadt des Landes. Landessprache ist portugiesisch, jedoch hatten wir nirgendwo Probleme auf Englisch, uns durchzufragen. Die Zeitzone ist -1 Stunde (Sommer) MEZ. Die Währung ist der EURO.
DAUER
Wie lange solltest du nun in Lissabon bleiben?
Für uns haben drei Tage ganz gut gereicht, um uns einen Überblick der Stadt zu machen, wenn du jedoch auch Sintra und/oder Cascais besuchen willst und dir in Lissabon beim Schlendern durch die Altstadt Zeit lassen willst, würde ich dir ganz klar 5 Tage bis 1 Woche empfehlen. Für uns war damals leider nicht mehr Zeit, da wir danach weiter nach Madeira geflogen sind, falls ihr die besten Aktivitäten hierfür wissen wollt, folgt dem Link.
WETTER
Lissabon hat das ganze Jahr über gute Temperaturen, um die Stadt zu bereisen. Der Frühling und Herbst sind durch das milde Klima gut zu bereisen, im Winter können die Temperaturen dann auf 10–15 Grad fallen. Der Sommer ist sehr heiß und die Temperaturen steigen dann schnell auf 35 Grad, was sich jedoch in einer aufgeheizten Stadt deutlich nach mehr anfühlt.
ANREISE
Wie vermutlich die meisten Touristen werdet ihr mit dem Flugzeug anreisen, hier ist bereits der Landeanflug atemberaubend, liegt doch der Flughafen Humberto Delgado Lissabon direkt im Stadtzentrum. Ab Wien bedient hier TAP oder Ryanair direkt Wien mit Lissabon, ab Deutschland oder der Schweiz fliegend, könnt ihr hier auf TAP, Lufthansa oder Swiss zurückgreifen.
Mit dem Zug oder dem eigenen Auto/Camper könnt ihr natürlich auch nach Lissabon kommen, dafür benötigt ihr jedoch eine Menge Zeit und Geduld.
Sobald ihr durch die Gepäckhalle seid, habt ihr nun die Qual der Wahl Taxi, Bus oder doch die Metro.
Wir haben uns bei der Anreise für die Metro entschieden, da diese kostengünstig und schnell in der Stadt ist. Je nach Hotel oder Airbnb Wahl benötigt ihr 30–60 Minuten, um euer Ziel zu erreichen. Ein Metroticket kostet €1,65 (Stand 2023). Wir haben uns aber gleich für die Viva Viagem Karte entschieden, hier könnt um €10,70 pro Person ganz Lissabon und sogar die Züge nach Sintra/Cascais benutzen.
Retour sind wir dann mit dem Taxi komfortabel und schnell zum Flughafen chauffiert worden, berechnet hier nach Abholort circa €15-30 ein.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Jedoch genug der einleitenden Worte, nachfolgend findest du jetzt die besten Tipps und Sehenswürdigkeiten, die du in Lissabon nicht verpassen darfst!
1. Castelo do Sao Jorge
Auf einem steigen Hügel-dem höchsten Lissabons, liegt das Castelo do Sao Jorge. Die Burg wurde von den Maurern erbaut und gehört heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lissabons. Die älteste bekannte Festungsanlage der Stadt stammt aus dem 2. Jahrhundert v.Chr.
Von hier habt ihr einen einzigartigen Ausblick über Lissabon, das 6000qm² große Areal bietet neben der begehbaren Burgmauer auch Ausgrabungen längst vergangener Zeiten. Diese aus dem 6. Jahrhundert v.Chr., gefundenen Spuren aus der Zeit der Phönizier, Griechen, Karthager, Römer und Mauren belegen, dass der Ort seit uralten Zeiten ständig besiedelt war.



Tipp:
Direkt oberhalb der Alfama gelegen, was auch zu einem Spaziergang des bekannten Viertels einlädt.
Öffnungszeiten: Täglich 9-19h
Eintrittspreis:
Kinder 0–12 EUR0,00,-
Jugendliche / Junge Erwachsene 13–25 EUR7,50,-
Erwachsene EUR15,-
2. Mosteiro dos Jerónimos
Das Kloster Mosteiro dos Jerónimos liegt etwas außerhalb vom Stadtkern Lissabons entfernt, genauer gesagt in Belem. Im Jahr 1502 wurde bereits der Grundstein gelegt, der Bau dauerte dann jedoch länger als 7 Jahrzehnte. Das Kloster sowie die Kirche hatten das große Erdbeben 1755 ohne gröbere Schäden überstanden.
Heute zählt es zu einem der meistbesuchtesten Klöstern in Portugal und wurde 1983 zum Weltkulturerbe erkoren.
Der Kreuzgang ist wunderschön und dient hervorragend für tolle Fotos.
Die angrenzende Kirche ist kostenlos zu besuchen, das Kloster kostet jedoch Eintritt.
Ihr betretet das Kloster vom Westflügel, wir hatten im September kaum eine Wartezeit, dies kann in den Sommermonaten anders sein, daher empfiehlt sich der Onlineticketkauf.
Öffnungszeiten: Täglich 9:30h-18h
Eintrittspreis:
Kinder 0–12 EUR0,00,-
Erwachsene EUR10,-
Studenten und Senioren ab 65 Jahren sparen 50 %. Es gibt außerdem noch ein Familienticket.



3. Torre de Belém
Wenn ihr euch schon im Stadtteil Belém aufhaltet, könnt ihr auch dem Torre de Belém einen Besuch abstatten. Er wurde wie bereits das vorher beschriebene Mosteiro dos Jerónimos von König Manuel I. in Auftrag gegeben, der Turm wurde ausgerechnet in seinem Todesjahr 1521 fertiggestellt.

Er diente damals in im portugiesischen Kolonialismus als Leuchtturm und war somit die Begrüßung für die ankommenden Handelsschiffe und Weltentdecker. Es gab auf der anderen Seite des Tejo einen Zwillingsturm, dieser überlebte das Erdbeben 1755 nicht. Das innere war im 19. Jahrhundert noch ein Gefängnis und Waffenlager.
Seit 1983 ist der Torre de Belém UNESCO-Weltkulturerbe.
Von außen kann der Turm ganztägig besucht werden, wenn ihr das innere entdecken wollt, fällt jedoch Eintritt an.
Öffnungszeiten: Täglich 9:30h-18h
Eintrittspreis:
Kinder 0–12 EUR0,00,-
Erwachsene EUR10,-
4. Tram 28
Auch wenn man den folgenden Tipp auch definitiv als Touristenhotspot abtun könnte, finde ich, eine Fahrt mit der Straßenbahn 28 durch die Viertel Graca, Alfama, Baixa und Estrela doch sehr einzigartig.
Auf dem Weg durch die Hügel und engen Gassen Lissabons entdeckt man viele schöne Möglichkeiten, die Gegend zu erkunden-wie, unter anderem den Miradouro de Santa Luzia, welchen ich im nächsten Tipp noch genauer beschreibe. Die ÖPNV-Tickets könnt ihr auch hier benutzen, in den früheren Morgen und Abendstunden ist hier auch wesentlich weniger Andrang als unter Tags.
Da die Straßenbahn für Taschendiebe natürlich auf bekannt ist, achtet hier bitte noch genauer auf eure Wertgegenstände. Bei den Startpunkten Martim Moniz und Campo Ourique ist die Chance auf einen Sitzplatz am höchsten.

5. Miradouro de Santa Luzia
Der Aussichtspunkt Miradouro de Santa Luzia liegt im Stadteil Alfama. Von hier oben habt ihr eine tolle Aussicht auf die unter euch liegenden Häuser und dem Tejo.
Der Ort selbst ist mit schönen Fassaden verziert und am Abend spielen dort auch manchmal Musiker, wo ihr euren mitgebrachten Snack oder Getränk genießen könnt. Am einfachsten kommt ihr mit der Tram 28 hin, einfach aussteigen, ein paar Meter gehen und ihr könnt schon den Ausblick genießen.



6. Elevador Santa Justa
Gleich vorneweg eine Fahrt mit dem Aufzug, wie wir sie gemacht haben, lohnt sich nicht, aber mehr dazu ein paar Zeilen später.
Der Aufzug Santa Justa, ist ein öffentlicher Aufzug, welcher im Jahr 1902 fertiggestellt wurde, seit 1907 wird dieser mit einem Elektromotor angetrieben, der Turm selbst ist aus Metall gefertigt und steht im Stadtteil Baixa und verbindet diesen mit dem Stadtteil Chiado. Die Kabinen sind aus Holz, wo jeweils 24 Personen mitfahren können.
Die Wartezeit, um den Aufzug nutzen zu können, ist es jedoch nicht wert, die Aussichtplattform ist kostenfrei und kann auch über Treppen erreicht werden. Falls ihr die Wartezeit von über einer Stunde doch auf euch nehmen wollt, beachtet, dass ihr hier euer ÖPNV Ticket auch nutzen könnt.


7. Kathedrale Sé Patriacal
Die Kathedrale Sé Patriacal (oder abgekürzt Sé) ist die älteste Kathedrale/Kirche in Lissabon.
Bereits im 11. Jahrhundert begannen die Bauarbeiten und dauerten bis ins 13. Jahrhundert, seitdem hat die Kirche schon mehrmals diversen Erdbeben durchlebt, wo in den Jahren 1344 und 1755 Schäden entstanden. Erreichen könnt ihr die Kathedrale ebenso wie den Aussichtspunkt Santa Luzia mit der Tram 28.

8. Pasteis de Nata
Jetzt fragen sich manche von euch sicher, was haben Pasteis de Nata mit Sehenswürdigkeiten zu tun, für mich gehören Spezialitäten des Landes immer zu einer Reise dazu.
Und ja, Pasteis de Nata muss bei einem Lissabon Besuch probiert werden, ein Tipp von mir wäre insbesondere die Pastéis de Belém in Belem selbst, der Ort ist sehr gefragt ist, da hier bereits seit 1837 das köstliche Gebäck angefertigt wird.

FAZIT
Lissabon hat mir sehr gefallen, das echt angenehme Klima auch in bei uns kühleren Monaten, die Stadt hat ein einzigartiges Flair und wird nicht umsonst von vielen als San Francisco Europas genannt.
Es gibt für jeden was zu entdecken und erleben, das Essen und Lebensmittel sind für unsere Verhältnisse günstig. Generell ist das Preisniveau einwandfrei und verglichen mit Städten wie London oder Paris noch nicht komplett überlaufen, wobei Lissabon in den vergangenen Jahren auch zu einem Hotspot geworden ist.
Ich werde sicherlich nochmals nach Lissabon kommen, mich hat diese Stadt als Fan gewonnen!


